Finale!! Back to the roots…

Als krönenden Abschluss einer langen Fotoshootingserie habe ich mir „Die Schöne und das Biest“ aufgehoben. Weder von Grimm noch von Andersen hat es seinen Ursprung in der französischen Geschichte, von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont.

Desiree Buchwald erweist uns die Ehre ein drittes Mal, nachdem Rapunzel und Frau Holle bereits dank Desiree zu wahren Kunstwerken fotografiert worden sind. Für die Schöne und das Biest hat sie sich etwas ganz besonderes ausgedacht. Wir schließen den ganzen Zirkus in einem Zirkus ab. Der Circus Roncalli gastiert zur Zeit in Hamburg und ist sofort aufgeschlossen für das Projekt. Außer Hunden und Pferden konzentrieren sie sich mehr auf ihre Artisten. Da wäre ein Biest als Tier gerade recht.

Doch die Möglichkeiten vor Ort sind begrenzt, der festgelegte Shootingtag ist zugleich Tag der offenen Tür im Zirkus. Was nun? Weiter schieben geht nicht, das Buch muss in den Druck. Der bekannte Schauspieler Wolfgang Bahro hat sich seinen einzigen Dreh- und Theater- freien Tag für uns freigehalten. Jacqueline Köster, die Schöne und Wolfgang ahnen nicht, welche Achterbahn der Gefühle Desiree und ich kurz vor unserem vereinbarten Termin durchleben. Das Wetter ist in der Vorhersage so zuverlässig wie eh und je, also gar nicht.

Alle Alternativen bringen den Funken nicht zum Zünden, die Zeit drängt. Wir können doch nicht nach all dem was wir bereits geschafft haben ausgerechnet beim Finale in die Knie gehen! Und dann ist die Lösung so nah. Wir fotografieren bei mir, in meinem jungfräulich, neuen Atelier. Zwei Tage zuvor war die Schlüsselübergabe. Frisch renoviert und noch nicht ein Möbel ist eingezogen – durch die Organisation für das Märchenbuchprojekt war noch nicht mal Zeit auch nur einen Karton für den Umzug zu packen. In der Nacht vor dem Shooting werden die nötigsten Utensilien umgezogen, Tisch, Stühle und eine Kleiderstange. So hatte ich mir die Einweihung nicht vorgestellt, aber was gibt es schöneres als etwas Neues zu beginnen indem man ein solch wunderbares Projekt darin abschließt.

Meine Nachbarn ahnen noch nicht so recht, was oder wer hier jetzt einzieht. Aleksa nutzt das Schaufenster für ihre Verwandlungskünste der Schönen und des Biestes und sogleich wird gemutmaßt, hier zieht ein Friseursalon ein. Möglich gemacht hat diese ganze Aktion Martin, immer da wenn ich ihn brauche. Auch meine Mutter und Ursel sind zur Stelle, mit Kaffee und Brötchen. Was mich besonders freut, meine beste Freundin Janna und ihr Mann Jakob besuchen uns ebenfalls an diesem letzten aufregenden Shootingtag.

Ich wusste schon immer, dass ich in einer sehr schönen Gegend von Hamburg arbeite und lebe. Mein Arbeitsweg ist gesäumt mit wunderschönen, denkmalgeschützten Hauseingängen. In fünf Jahren bin ich nie auf die Idee gekommen, diese als Hintergrund für ein Foto zu nutzen. Bis auf jetzt. Und so wird aus einem Hauseingang der Schlosseingang zu Wolfgangs Reich, in welchen er die Schöne Jaqueline hineinzerrt. Aleksa ist wirklich meisterhaft im Verwandeln der Märchenhelden und bei Wolfgang hat sie noch mal einen oben drauf gelegt, das Biest ist unübertroffen. Dennoch, als eine Familie an dem Set vorbeikommt und die Kinder erstaunt fragen: „Was machen die da?“ Antworten die Eltern ganz bestimmt: „Die drehen eine neue Folge für GZSZ.“

Anders ist es bei dem „Happy End Bild“ direkt am Kanal vor einer romantischen Kulisse. Zwei Angler haben sich hier niedergelassen. Die wollen auch nicht so recht weichen… nach viel gutem zureden, erklären sie sich mürrisch bereit 3m nach links zu wandern.

Als Jaqueline und Wolfgang in Position gehen, fragen sie überraschend höflich, ob sie auch ein Foto machen dürfen…

In meinem Atelier schießt Desiree das finale Bild im Bilderrahmen. Und bereits jetzt steht fest, die Bilder übertreffen alle Erwartungen! Wolfgang begeistert das gesamte Team mit seinem Witz und Charme und Jacqueline ist nicht nur wunderschön, warum wir sie unbedingt für die Rolle der „Schönen“ haben wollten, sie verbindet noch sehr viel mehr mit diesem Projekt, da auch sie einen schweren Verlust zu verarbeiten hat, dem sie hiermit eine große Bedeutung beimisst.

Zum Abschluss stoßen wir an, auf den erfolgreichen Tag und auf die Erfüllung einer sehr langen Reise mit unendlich vielen Eindrücken, wunderbaren Begegnungen, Höhen und Tiefen. Mit der Erkenntnis, das nichts unmöglich ist, wenn der Wille stark genug ist. Dass ich die besten Menschen der Welt um mich herum habe, die diesen Traum mitgestaltet haben, mitgefiebert und verwirklicht haben. Das alles ist unbezahlbar.

Ich danke euch allen aus tiefstem Herzen, ein Märchenbuch das ist ein Schatz, der nie an Wert verliert sondern immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dieser Schatz aus so viel Liebe und Herzblut entstanden ist für Moritz und alle Kinder, die leider nicht mehr bei uns sein können.

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